Lutherweg Thüringen 9.Etappe

 Heute endlich spielt das Wetter mit und ich habe Zeit, um den Lutherweg weiterzugehen.

Mit dem RE 15 fahre ich nach Jena Paradies und laufe direkt zur Touristeninfo, welche in einem sehr interessanten Gebäude zu finden ist. Meine Frage nach dem Lutherwegstempel wird verneint und auch die Frage, wo der Weg entlang geht konnte die Dame mir nicht beantworten und so lief ich der Nase nach zur Stadtkirche. Diese ist geschlossen, da sich innen Stuckteile gelöst haben und das Geld für die Sanierung fehlt.



Am Johannisfriedhof finde ich dann das Wegzeichen wieder und folge ihm vorbei an der Uniklinik, den Landgrafenstieg hinauf.



"Nur" 650 Schritte oder Stufen bringen mich in Wallungen und die Jacke kommt in den Rucksack. Es geht aufwärts und nach den Stufen sind es nur noch ein paar "leichte" Schritte bis zur Aussicht vom "Landgraf".


Leider ist die Aussicht etwas trübe, aber trocken.



Erster Frühlingsgruß am Wegesrand.

Hier oben ist der Lutherweg wieder parallel zur Saale - Horizontale. Es geht weiter bergauf und alles ist recht glitschig und rutschig, sodass ich dankbar für meine Stöcke bin. Schneematsch hindert mich am forschen Schritt und so wandere ich langsam durch den Wald.

Es ist recht still im Wald und ich begegne niemanden. Auf einem Pfad geht es nocheinmal aufwärts zu den "Windknollen", einem Naturschutzgebiet, dass lange Zeit Militärgelände war. Napoleon stand schon hier mit seinen Truppen. 

Ein Blinker- Denkmal erinnert an die Toten des 1. Weltkrieges.
 



 
Die Sicht ist auch hier trüb, doch bin ich erstaunt, wie viele Farbtöne die Natur hier bereit hält.

Beschwingt komme ich nach Closewitz wo ein Oldtimer mir ins Auge sticht.



 Auch die letzten Indianer leben hier😉

Nun laufe ich auf Feldwegen durch kleine Ortschaften ( Altengönna, Krippendorf), wo es weder einen Picknickplatz noch ein Lebenszeichen gibt. Nur zwei Pferde preschen an den Zaun, als ich vorbei schlenderte.



Nach Krippendorf geht es wieder über Felder/ Wiesen und ein Kranich steht in der Ferne. Ein Schwarm Krähen steigt auf, als ich mich dem Feld näher.


Ich komme an einer Bockwindmühle vorbei, doch der Picknickplatz ist klatschnass, sodass ich bis nach Hermstedt laufe und im Bushäuschen pausiere.






Die Kirche ist auch hier verschlossen und ein gewundener Schleichweg führt mich durch den Ort. Dann stehe ich auf einem Platz und finde keine Markierung mehr. Ein Radfahrer fragt, ob er helfen kann. Ja, gerne, wo ist der Lutherweg? frage ich. Er zeigt mir einen Spalt zwischen zwei Häusern und dann entdecke ich die Markierung.


So komme ich wieder auf Feldwege und die Beschilderung ist zwar vorhanden, aber völlig ausgeblichen, sodass sie meist nicht mehr lesbar ist. Dann komme ich nach Schöten, wo auch eine schöne Kirche steht, die auch wieder verschlossen ist.

Hier treffe ich den Radfahrer wieder, der mich in ein Gespräch verwickelt und so reden wir über den Lutherweg, Saalehorizontale und die Schönheit der Wege. Dann kommt ein Kumpel und ich kann weiterziehen.

Durch einen Wald laufe ich bergab zur Bonifatiusquelle, die hinter einem Gitter verborgen ist. Angeblich soll der heilige Bonifatius wirklich hier gewesen sein.



 
Weiter geht es, entlang eines kleinen Rinnsales immer leicht bergab nach Apolda hinein. Links und rechts der "Schrötener Promenade "entdecke ich immer wieder Informationen, schmucke Villen und kleine Naturspielplätze.
Dann bin da ich in der Stadt und finde schnell den Marktplatz. Von da ist es nicht weit bis zur Lutherkirche...




...welche leider auch verschlossen ist. Nun muss ich mich entscheiden, ob ich zurück auf den Markt gehe, oder weiter zum Bahnhof. Google sagt 13 min zu Fuß und die DB- App sagt, entweder Abfahrt in 12 min oder in anderthalb Stunden. Da erwacht der Sportler und ich laufe schnurstracks zum Bahnhof und bin 4 min vor Abfahrt da. Das wäre doch gelacht...


Auf dem Weg dahin komme ich am Kunsthaus vorbei und schaue, aber es hat Montags geschlossen und so laufe ich weiter.


Die überdimensionierte Post lässt auf die historische Bedeutung schließen. Heute ist darin ein Pflegeheim untergebracht.



Auch das Bahnhofsgebäude ist riesig und beherbergt in der wunderschön restaurierten Halle ein Restaurant, dass auch Montags geschlossen ist.
Also doch pünktlich mit dem Zug nach Halle und von da mit der S3 direkt nach Hause.

Fazit: Eine schöne Wanderung auf hauptsächlich natürlichen Wegen. 



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